Taschendiebstahl verhindern: Tipps, Tricks und Schutz

23.05.2019 (zuletzt geändert)

Taschendiebstahl ist allgegenwärtig

Taschendiebstahl Statistik: Taschendiebstahl ist allgegenwärtig und nicht nur ein Problem der Reisezeit. In Deutschland wurden 2017 rund 127.000 Fälle angezeigt, in Österreich 2018 mehr als 20.000 Fälle. Die Aufklärungsquote ist gering, denn die Opfer bemerken den Diebstahl oft erst spät und die Täter sind häufig mobil und international organisiert.

 

Wer sind die Täter? Die meisten Täter sind zwar Erwachsene, es werden aber auch gerne Kinder in Taschendiebstahl-Tricks eingeschult.

 

Wo wird geklaut? Häufig geklaut wird in Großstädten an Orten mit vielen Menschen (im Gedränge, in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Fußgängerzonen, auf Großveranstaltungen…).

 

Vielfältige Taschendiebstahl Tricks: Bei den Taschendiebstahltricks sind die Langfinger äußerst einfallsreich. Oft versuchen die Gauner, möglichst unbemerkt zu bleiben, beispielsweise indem sie in offene Taschen leichtsinniger Opfer greifen. Sie nutzen aber auch zahlreiche Tricks um das Opfer abzulenken:

Es wird gedrängelt, die Kleidung des Opfers bekleckert oder nach dem Weg, einem Geldwechsel oder Ähnlichem gefragt. Während das Opfer abgelenkt ist, bedienen sich die Taschendiebe geschickt. In vielen Fällen macht sich sogleich ein Mittäter mit der Beute aus dem Staub, so dass ein Diebstahl nur schwer nachzuweisen ist, selbst wenn er bemerkt wird.

 

Wie gehen die Täter vor? Oft beobachten die Gauner Menschenmengen und warten auf den passenden Moment oder ein besonders leichtsinniges Opfer. 

 

Taschendiebstahl Tricks, Taschendiebstahl verhindern: Tipps, Tricks und Schutz
Taschendiebstähle gibt es leider immer und überall. Besonders gefährlich sind beliebte Touristenzentren, öffentliche Verkehrsmittel, Fußgängerzonen, Großveranstaltungen, überhaupt große Ansammlungen von Menschen ...

Diebstahlprävention: Wie kann man sich vor Taschendiebstahl schützen?

Wenig mitnehmen: So wenig wie möglich Bargeld und Wertsachen mitnehmen. Weniger Wert bedeutet weniger Schaden im Fall des Diebstahls oder Verlustes.

 

Kein leichtes Opfer abgeben! Auch Diebe wollen sich die Arbeit nicht unnötig schwer machen. Es heißt nicht umsonst „Gelegenheit macht Diebe!“. Versetzen wir uns in die Rolle des Täters: Am leichtesten fällt sein Coup, wenn klar ist, dass das Opfer Geld und Wertsachen bei sich trägt und diese an einem leicht zugänglichen Ort aufbewahrt.

 

Keine "Einladung" zum Taschendiebstahl bieten: Leicht zugänglich sind offene Umhänge- oder Handtaschen, Rucksäcke die am Rücken getragen werden oder offene Mantel- und Jackenfächer. Eine „Einladung“ an Taschendiebe sind auch Handtaschen oder Rucksäcke, die im Restaurant an der Stuhllehne hängen. Hier können sich die Täter besonders viel Zeit lassen. Auch die Geldbörse, die offen am Tisch liegt, ist schnell aus den Augen und aus dem Sinn, wenn das Opfer geschickt abgelenkt wird.

 

Wie und wo kann man seine Wertgegenstände sicher verstauen? Schwer zugänglich sind enge Hosentaschen oder Taschen die sich eng am Körper befinden. Noch schwerer haben es Langfinger, wenn gar nicht klar ist, wo sich das Geld befindet. Wer nicht umhin kommt, viel Bargeld mitzunehmen, sollte es eng am Körper verstecken und nicht offen damit hantieren. Dafür gibt es beispielsweise flache Bauchtaschen, die unter der Kleidung getragen werden oder Geldgürtel. Beim Bezahlen in Restaurants oder Geschäften darf das Versteck natürlich nicht verraten werden. Hier spielt die Kredit- oder Bankomatkarte ihre Vorzüge aus, die in einem separaten Kartenetui am Körper aufbewahrt wird. Dort ist immer auch Platz für etwas Bargeld.

 

Diebstahlsichere Tasche: Eine Variante sind „diebstahlsichere“ Taschen. Sie sind mit Stahlnetz, Stahlgurt und Schlössern gesichert. Für Gelegenheitsdiebe ist bei solchen Taschen der Aufwand unverhältnismäßig groß, um an das Geld zu gelangen. Derartige Taschen werden am Körper gesichert und können dem Opfer auch nicht einfach entrissen werden.

Vorteil: Geld und Wertsachen müssen nicht versteckt werden. Man kann offen damit hantieren.

Nachteil: Das Handling ist etwas komplizierter, denn eine diebstahlsichere Tasche sollte nach jeder Verwendung  wieder konsequent versperrt werden. Auch sind diebstahlsichere Taschen schwerer als herkömmliche Taschen gleicher Größe.

 

Taschendiebstahl Alarm: Eine weitere Variante ist ein Taschenalarm. Er hilft allerdings wenig, wenn die Täter schnell und geschickt agieren. Selbst wenn der Alarm losgeht, ist die Beute schon an den Mittäter übergeben, der sich unbemerkt aus dem Staub macht.

 

Diebstahlsichere Bauchtasche
Eine diebstahlsichere Bauchtasche muss nicht versteckt werden. Sie ist mit einem Stahlnetz, Stahlgurt und mit Schlössern gesichert.
flache Bauchtasche, Taschendiebstahl verhindern, Taschendiebstahl vorbeugen
Flache Bauchtaschen werden direkt am Körper unter der Kleidung getragen.

Es kommt trotzdem zum Diebstahl. Was tun?

Wird man trotz aller Vorsicht Opfer eines Taschendiebstahls, kann man Folgendes tun:

 

Notwehr oder Nothilfe - was ist erlaubt? Im einem anderen Blog-Artikel erfährst du, was man als Opfer oder Zeuge gegen einen in flagranti ertappten Taschendieb unternehmen darf.

 

Sich den Täter bestmöglich einprägen: Wenn man den Taschendieb entdeckt, sollte man laut auf ihn aufmerksam machen und sich möglichst viele Details einprägen: Wie sieht er aus? Was hat er an? Vielleicht können auch andere Passanten weiterhelfen. Je besser die Täterbeschreibung ist, umso eher besteht die Chance, den Dieb zu fassen.

 

Diebstahl Anzeige bei der Polizei: Möglichst zeitnah sollte man bei der Polizei den Diebstahl melden. Die Diebstahlanzeige ist auch Voraussetzung für das Beantragen von Ersatzdokumenten. 

 

Bankkarten und SIM-Karten sperren lassen: Wurden Kredit- oder Bankomatkarten und / oder ein Handy gestohlen, sollten diese unverzüglich gesperrt werden. Deutsche Staatsbürger wählen dazu den zentralen Sperrdienst 116 116. Außerdem haben viele Anbieter von Kreditkarten für solche Fälle "Notfallnummern" eingerichtet. 

 

Taschendiebstahl Versicherung? Für einen Diebstahl ist die Hausratsversicherung zuständig. Doch leider zahlt diese nicht in jedem Fall. Insbesondere bei einem Taschendiebstahl, der als "einfacher Diebstahl" eingeordnet wird, zahlt die Haushaltversicherung in der Regel nicht. Anders verhält es sich meist bei Anwendung oder Androhung von Gewalt ("Raub") oder bei einem "Einbruchsdiebstahl".